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IceFire IceFire is a male
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Nissan Sunny B12 - Antriebswellenmanschetten wechseln Reply to this Post Post Reply with Quote Edit/Delete Posts Report Post to a Moderator       Go to the top of this page

Mit dieser Anleitung möchte ich Euch erklären, wie Ihr die Antriebswellenmanschetten an einem Nissan Sunny B12 oder N13 wechseln könnt. Mit der hier beschriebenen Methode spart Ihr Euch den Ausbau des getriebeseitigen Antriebswellenteils - daher kann das Getriebeöl im Getriebe verbleiben, allerdings muss auch die innere Manschette gewechselt werden, auch wenn sie vorher nicht kaputt ist.
Häufig ist die radseitige Manschette defekt, wie zum Beispiel hier:

©IceFire

Wichtig ist, dass das Gelenk noch intakt ist, d.h. es darf keine Geräusche, z.B. beim Einlenken, machen!

Achtung!
Dieses Anleitung richtet sich an Leute, die schon mal etwas geschraubt haben oder zumindest technisches Verständnis mitbringen. Der Wechsel von Antriebswellenmanschetten ist zwar eine relativ simple Aufgabe, setzt aber gutes Werkzeug und sachgemäße Anwendung voraus. Wenn Ihr also vorher noch nie etwas am Auto gemacht habt, sollte der Wechsel der Antriebswellenmanschetten vielleicht nicht unbedingt die erste Aufgabe am Auto sein. Weder die Betreiber dieser Website noch ich übernehmen irgendwelche Haftung für Schäden, die durch oder trotz dieser Anleitung entstanden sind.
Die Bilder in diesem Beitrag zeigen den Wechsel der Antriebswellenmanschetten an einem B12 1.8 GTI. Für andere Motorisierungen ist der Vorgang zwar ähnlich, aber nicht immer genau gleich. An den entsprechenden Stellen habe ich diese Unterschiede aufgeführt.

Benötigtes Werkzeug:
  • Ratschenkasten
  • Schraubenziehersatz
  • Hammer
  • Drehmomentschlüssel für Drehmomente im Bereich (80 - 210 Nm).
  • 32-Tiefbett(!!)-Nuss
  • Sicherungsringzange
  • Kneifzange


Benötigte Materialien:
  • Neue Antriebswellenmanschetten für Innen und Außen (auf der Seite, auf der die Manschette(n) kaputt sind.
  • Sicherungssplint (TODO: Größe ergänzen)
  • Bremsenreiniger
  • Mehrzweckfett



1. Vorarbeiten
Zunächst das Fahrzeug stabil aufbocken (Der Wagenheber reicht nicht!) oder eine Hebebühne benutzen. Hier bitte äußerst sorgfältig vorgehen, ein Auto wiegt über eine Tonne und wenn ein Auto erstmal von Wagenheber herunterrutscht, kommt man mit Sicherheit nicht schneller unter dem Auto hervor, als einem die kinetische Energie, welche nochmals wesentlich größer als eine Tonne Gewichtskraft ist, zerdrückt!
Nachdem sich das Rad, hinter welchem die Manschette defekt ist, in der Luft befindet und das Fahrzeug sicher auf einem Unterstellbock o.ä. ruht, stellt sicherheitshalber noch ein weitere Sicherung (z.B. zweiter Unterstellbock, Holzklotz, o.ä.) unter das Fahrzeug.

Das Rad entfernen. Anschließend den Sicherungssplint an der Radnabe, die untere Radhausverkleidung und das Sicherungsblech des Bremsschlauchs am Federbein entfernen. Den Bremsschlauch aus dem Federbein ausfädeln, dazu aber nicht den Schlauch abschrauben.

©IceFire


2. Sturzeinstellung merken
Die Position der beiden Federbeinschrauben markieren und/oder fotographieren.


3. Lösen der Antriebswellenmutter
Nun muss die zentrale Antriebswellenmutter gelöst werden. Es handelt sich dabei um eine 32er Mutter, welche sehr festsitzt. Dazu ist eine Tiefbettnuss notwendig, welche die Mutter auf voller Länge greifen kann. Mit unpassendem Werkzeug dreht man sich schnell die Mutter rund.
Die Kraft, die zum Lösen der Mutter benötigt wird, ist sehr groß. Ohne Verlängerung oder Schlagschrauber ist es fast unmöglich, diese Mutter loszukriegen.
Zum Lösen sollte eine zweite Person die Antriebswelle blockieren, indem sie mit aller Kraft auf das Bremspedal tritt. Anschließend kann man mit einer langen Verlängerung (bitte dazu trotz des verlockenden langen Hebelarms keinen Drehmomentschlüssel nutzen. Eine normale Ratsche ist da stabiler - eigene Erfahrung), z.B. einem großen Stahlrohr, welches über den Griff der Ratsche gestüpt ist, die Mutter lösen. Anschließend die darunterliegende Unterlegscheibe herausnehmen.

4. Achsschenkel losschrauben
Die beiden 17ner-Federbeinschrauben lösen, deren Position vorher markiert wurde. Anschließend sollte sich der Achsschenkel vom Federbein trennen lassen und soweit verdrehen lassen, dass sich die Antriebswelle aus dem Radlager fädeln lässt. Dabei bitte darauf achten, dass kein Dreck in das Radlager gelangt.

©IceFire

©IceFire


5. Antriebswelle demontieren
Die innere (getriebeseitige) Antriebswellenmanschette öffnen, indem man den großen Metallring durchtrennt (z.B. mit einer Kneifzange). Bei den SLX-Modellen lässt sich nun der innere und äußere Teil der Antriebswelle bereits herausziehen. Bei den GTI-Varianten ist das innere Gelenk zusätzlich durch einen kleinen Metallring gesichert, welcher zunächst entfernt werden muss (z.B. mit einem Feinmechanikerschlitzschraubenzieher). Anschließend lässt sich auch hier der äußere Teil der Antriebswelle herausziehen.

©IceFire

Achtung: Bei den GTI-Varianten fallen hier noch Kugeln vom Lager heraus, diese unbedingt auffangen!
Achtung: Aus Umweltgründen bitte spätestens hier einen Karton o.ä. unterlegen, um das heraustriefende Fett des inneren Gelenks aufzufangen und entsorgen zu können.

6. Inneres Antriebswellengelenk demontieren
Das innere Antriebswellengelenk zerlegen, dabei unbedingt die Einbaulage der Bauteile merken. Dazu muss man einen Sicherungsring ausfedern, weshalb eine Sicherungsringzange notwendig ist. Ggf. ist etwas Kraft nötig, um das Gelenk von der Welle abzuziehen, bei Bedarf mit einem Hammer und einem Holzstück etwas nachhelfen.

©IceFire

7. Alte Manschetten demontieren
Anschließend die drei verbliebenen Metallringe an den beiden Manschetten entfernen und anschließend beide alten Manschetten herunterziehen.

8. Die äußere (Radseitige) Manschette anbringen
Das äußere Gelenk sorgfältig putzen (Bremsenreiniger), mit dem frischen Antriebswellenfett versehen und die neue Manschette auf die Antriebswelle aufschieben. Dazu vorher die Antriebswelle mit etwas Klebeband versehen, um ein Einreißen der neuen Manschette zu vermeiden.
Bei den SLX-Versionen muss auf der rechten Seite (TODO: Nachschauen) auch das äußere Antriebswellengelenk von der Antriebswelle gelöst werden, um die Manschette anzubringen, da die Antriebswelle in der Mitte stark verdickt ist und man die Manschette nicht einfach von innen nach außen auf die Welle schieben kann. Dazu das äußere Gelenk mit geeignetem Werkzeug von der Welle trennen (TODO: Ergänzung), die Manschette und das innere Metallband auf die Welle aufschieben un das Gelenk wieder aufschlagen.
Befindet sich die Manschette in etwa an der richtigen Position, das geputzte Gelenk und die Innenseite der Manschette mit dem mitgelieferten Graphit-Fett füllen. Die Manschette anschließend auf das Gelenk ziehen und mit den beiden Metallbändern fixieren. Die meisten Metallbänder haben, ähnlich wie ein Gürtel, an einem Ende verschiedene Aussparungen, in welche der Metallhaken des anderen Endes einrasten kann. Zudem befindet sich auf diesem Band eine rechteckige Ausformung, welche zum endgültigen Spannen genutzt werden kann. Das Band von Hand so fest wie möglich zusammenziehen und anschließend die rechteckige Ausformung einer Kneifzange vorsichtig zusammenpressen. Anschließend überprüfen, ob die Manschette fest hält und das Gelenk einige Male hin- und herbewegen.

©IceFire


8. Die äußere Manschette anbringen
Ist die radseitige Manschette erfolgreich angebracht, muss nun die innere Manschette auf die Welle aufgebracht werden. Dazu das kleine Metallband und die innere Manschette auf die Welle aufschieben, das Klebeband entfernen, ggf. nochmals putzen, das Fett in die Manschette und in den am Getriebe verbliebenen Teil der Antriebswelle aufbringen (den getriebeseitigen Teil vorher natürlich putzen, damit das alte Fett entfernt ist). Wenn man die Teile des inneren Gelenks vor der Montage etwas einfettet, bekommt man sie beim nächsten Mal auch wieder leichter los. Alle Teile sollten sich ohne Gewalt problemlos wieder inneinander fügen lassen. Den Sicherungsring wieder auf die Welle montieren und den ausgebauten Teil der Antriebswelle wieder in den am Getriebe verbliebenen Teil stecken.
Bei den GTI-Varianten muss dabei vorsichtig vorgegangen werden, damit die Gelenkkugeln nicht herausfallen! Alle Kugeln müssen unbedingt in das Gelenk verbaut werden. Zudem muss an den GTI-Varianten auch der große Sicherrungsring wieder montiert werden, der die Welle am Herausrutschen hindert.
Anschließend auch hier die Manschette auf den getriebeseitigen Teil der Antriebswelle schieben und wie in Schritt 7. beschrieben, die Manschetten mit den Schellen fixieren.

©IceFire

©IceFire


9. Alles wieder zusammenbauen
Nun sollten die Manschetten wieder montiert sein und die Welle dicht sein. Nun die Welle wieder in das Radlager einfädeln. Dabei ist darauf zu achten, dass das Radlager nicht durch Dreck verschmutzt wird. Bei Bedarf die Anlagefläche der Antriebswelle an dem Radlager sowohl am Achsschenkel als auch an der Antriebswelle putzen und mit Mehrzweckfett nachfetten.
Die Antriebswellenmutter mitsamt der Unterlegscheibe montieren und erstmal handfest festziehen, damit kein Dreck mehr ins Radlager eindringen kann.
Den Achsschenkel wieder ins Federbein schieben und die beiden Federbeinschrauben so wie vorher (dazu die Fotos oder Markierungen als Hilfe nehmen) montieren und mit 100 Nm festziehen.
Den Bremsschlauch wieder im Federbein einfädeln und mit dem Sicherungsflech fixieren.
Die Radnabenmutter mit 210 Nm festziehen (dabei eine andere Person auf die Bremse treten lassen, um ein Mitdrehen zu verhindern), anschließend das Sicherungsblech der Radnabenmutter wieder montieren und einen neuen Sicherungssplint einbauen.
Die Kunststoffradhausverkleidung wieder montieren.
Die Räder montieren und nach Vorgabe des Felgenherstellers festziehen.

10. Probefahrt
Nachdem alles wieder montiert worden ist, muss die Arbeit mit einer vorsichten Probefahrt überprüft werden. Unter anderem sollte auf eventuell neu auftretende Geräusche und ungewohntes Verhalten des Autos geachtet werden. Nach der Probefahrt ist die Dichtigkeit der Manschetten zu überprüfen.

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Danke für die ausführliche Anleitung. Der Wechsel kostet in der Werkstatt einige Euros und mit Geschick kriegt man das selbst hin...

Zwei Anmerkungen:

Ich löse IMMER das Traggelenk (Nabe an Querlenker) statt der zwei Schrauben Nabe an Stabi. So ändert sich der Sturz nicht. Selbst mit Markierungen kriegt man den bestimmt nicht mehr genau genug hin ( 1 Grad macht da schon einen Unterschied im Fahrverhalten und Reifenverschleiß)

Ich bevorzuge neuerdings die Stretch-Manschetten. Man muß das Gelenk nicht zerlegen (man muß es nicht mal ausbauen, nur die Nabe muß aus dem Weg), sondern schiebt sie 'einfach so' drüber (die alte Manschette einfach zerschneiden). Ich wollte erst das Geld für den Konus sparen und habe es mit Cola-Flasche versucht, das war ein Krampf :-) . Mit Konus (ordentlich Fett oder Seife drauf) ging es gut (wenn auch mühevoll, weil das dünnere Ende zuerst aufgeschoben wird).
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So haben wir das bei meinem Gti gemacht :

Wir haben die DREIECKSLENKER Innen losgeschraubt und Achsseitig alles zusammengelassen , natürlich muß da dann das KOPPELSTANGENGELENK ab


Hier ein Link zum Manschettentausch mit Puksi am 31.10.2017

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...also beim Manschettenwechsel machen wir da nur:
Traggelenkmutter aufschrauben und das Gelenk abziehen /aushängen
dann die 32er lösen und den Achsschenkel runterziehen und zur Seite drehen..
Neue Gummimanschette drauf und alles wieder in andererer Reihenfolge zusammenbauen...

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Als ich die Anleitung geschrieben habe war ich auch noch nicht so erfahren und fand diese Methode recht gut weil man weder Getriebeöl ablassen muss noch besonderes Werkzeug braucht.

Da gibts natürlich verschiedene Methoden, man kann klar die Traggelenkmutter aufmachen, ich finde, man kommt da aber schwer ran und meistens sind die auch gut verrostet.
Die Federbeine zu lösen finde ich persönlich etwas angenehmer.

Die Spreizmanschetten mit dem Konus finde ich auch interessant, aber ich vertraue denen nicht, was Langlebigkeit angeht. Ich habe das Gefühl die kann man alle zwei Jahre neu machen.

Die Manschetten von Spidan aus dem Zubehör sind mittlerweile auch ca. 7 Jahre alt, sehen aber auch nicht mehr gut aus. Sie sind rissig und ich ich frage mich, wann sie denn aufreißen werden. Wirklich langlebig ist das meiner Meinung nach nicht. Ich glaube, beim nächsten Wechsel werde ich original Nissan kaufen.
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quote:
Die Spreizmanschetten mit dem Konus finde ich auch interessant, aber ich vertraue denen nicht, was Langlebigkeit angeht. Ich habe das Gefühl die kann man alle zwei Jahre neu machen.


Ich hatte sie vor 3 oder 4 Jahren gewechselt und die sind noch einwandfrei (dabei waren es echt billige Dinger über eBay gekauft, wollte das mal ausprobieren ohne viel Geld zu versenken). Die sind schön weich (sonst geht das Stretchen ja auch nicht) und halten vielleicht deswegen ganz gut. In ein paar Jahren weiß ich mehr smile
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