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Zum Ende der Seite springen Gewindereparatur mit Helicoils (E16i Thermostat) 2 Bewertungen - Durchschnitt: 10,002 Bewertungen - Durchschnitt: 10,002 Bewertungen - Durchschnitt: 10,002 Bewertungen - Durchschnitt: 10,002 Bewertungen - Durchschnitt: 10,00
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Elbsunny Elbsunny ist männlich

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Gewindereparatur mit Helicoils (E16i Thermostat) Auf diesen Beitrag antworten Zitatantwort auf diesen Beitrag erstellen Diesen Beitrag editieren/löschen Diesen Beitrag einem Moderator melden       Zum Anfang der Seite springen

In diesem Thread teile ich meine Erfahrungen einer Gewindereparatur mittels Helicoil-Gewindeeinsätzen. Es wird hier allgemein beschrieben, aber auch bespielhaft an einem defekten Gewinde im Thermostatgehäuse des E16i veranschaulicht.


Ich bin durch ein ausgerissenes Gewinde im Thermostatgehäuse meines E16i auf die Helicoils gestoßen und bin von diesen begeistert. Die Vorteile der Helicoils liegen vor allem in der Beibehaltung der ursprünglichen Gewindegröße und in einer erhöhten Festigkeit des Gewindes. Der Aufwand ist im Vergleich mit einer herkömmlichen Gewindereparatur nur unwesentlich größer.

Übrigens kostet ein Helicoil-Set je nach Gewindegröße etwa 40-60 Euro.




1. Bereitlegen der benötigten Werkzeuge:


- Helicoil-Set (Bohrer, Gewindeschneider, Eindrehhilfe, Zapfenbrecher, Helicoils in verschiedenen Längen)

- ein Bohrer zum Vorbohren, der etwas kleiner ist als jener im Helicoil-Set (in diesem Falle ein 6mm-Bohrer im Gegensatz zum 6,6mm-Bohrer aus dem Helicoil-Set)

- (Akku-)Bohrmaschine mit kompakten Abmessungen

- Windeisen für den Gewindeschneider

- Schneidöl (bei Aluminium reicht auch WD-40 o.ä.)

- ggf. Abdeckfolie o.ä.




2. Platzbedarf zum Bohren ermitteln und störende Teile ausbauen. Im Falle des E16i-Thermostatgehäuses musste neben dem Thermostatdeckel und seiner angrenzenden Teile auch der Ansaugstutzen und der Kühlerlüfter ausgebaut werden.


©Elbsunny




3. Bereich unter dem auszubohrenden Gewinde abdecken, um die Bohrspäne aufzufangen




4. Nun mit dem kleineren Bohrer (im Falle der Thermostatreparatur 6 mm) das beschädigte Gewinde ausbohren.

ACHTUNG: Genau auf die richtige Ausrichtung des Bohrers zum Bohrloch achten! Das Thermostatgehäuse des E16i ist zur Seite UND nach oben abgewinkelt!

Anfängern sei geraten, das Gewindeausbohren und –schneiden an einem unbrauchbaren Altteil mehrmals zu üben, bevor es an die Reparatur des relevanten Teils geht!




5. Anschließend mit dem größeren Bohrer (aus dem Helicoil-Set, hier 6,6 mm) nochmals ausbohren. Nach dem Bohren die Späne entfernen.




6. Jetzt den geölten Gewindeschneider ansetzen und mit dem aufgesetzten Windeisen langsam und gefühlvoll reinschneiden. Beim E16i musste am Windeisen ein Griff entfernt werden; außerdem musste es aus Platzgründen immer wieder abgezogen und umgesetzt werden.

ACHTUNG: Äußerst vorsichtig und konzentriert arbeiten! Anfängern sei nochmals der Hinweis unter 4. nahegelegt!
Nach einer halben bis ganzen Umdrehung den Gewindeschneider etwa eine viertel bis halbe Umdrehung zurückdrehen, damit der Span brechen kann. Danach wieder eine halbe bis ganze Umdrehung weiter schneiden und den Vorgang des Zurückdrehens immer wieder wiederholen. Zwischendurch nochmals nachölen.


©Elbsunny




7. Nach Entfernung des Gewindeschneiders das Gewinde von Öl und Späne reinigen (z.B. mit Druckluft)




8. Einen passenden Helicoil auswählen.

ACHTUNG: Bei einem Sackloch gehen durch die kegelförmige Spitze des Bohrers sowie durch das hinten nicht vollwertig herstellbare Gewinde einige Millimeter (hier 4-6 mm) an (Gewinde-)Lochtiefe verloren. Somit ist nicht die volle Lochtiefe für ein Helicoil nutzbar.
Entsprechend ist die Größe des Helicoils auszuwählen. Im Falle des E16i-Thermostates hatte das fertige Gewindeloch eine Tiefe von 14 mm. Dafür habe ich einen 9mm-Helicoil verwendet, der sehr knapp passte. Ein 12er wäre definitiv viel zu groß.




9. Den ausgewählten Helicoil mit der Eindrehhilfe reindrehen.

ACHTUNG: Der eingedrehte Helicoil lässt sich nicht mehr rausdrehen! Sollte der eingedrehte Helicoil zu groß sein und überstehen, besteht die Möglichkeit, ihn am Drahtende mit einer Spitzzange zu packen und mit kreisförmigen Bewegungen vorsichtig aus dem Gewinde herauszuziehen. Dabei wird der Helicoil allerdings zerstört.

Des weiteren den Helicoil nicht zu fest einschrauben, da er sonst durch das nicht vollständig hergestellte Gewinde (und den damit verbundenden verringerten Querschnitt im hinteren Bereich des Gewindeloches) zusammengedrückt wird und somit die Gängigkeit des Helicoil-Gewindes eingeschränkt wird!


©Elbsunny




10. Mit dem Zapfenbrecher den Zapfen abbrechen

ACHTUNG: Zapfen möglichst aus dem Gewinde entfernen (z.B. mittels Druckluft oder Sauger)




11. Schraube in den eingesetzten Helicoil einschrauben und diesen auf korrekten Sitz und Gängigkeit prüfen.




12. Fertig! Nun nur noch aufräumen und alles zusammenbauen.

ACHTUNG: Schrauben möglichst mit einem Drehmomentschlüssel mit dem empfohlenen Drehmoment festziehen, um weitere "Gewindeprobleme" zu vermeiden!



Hier das Ergebnis am E16i-Thermostatgehäuse:


©Elbsunny





.

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Dieser Beitrag wurde 2 mal editiert, zum letzten Mal von Elbsunny: 24.10.2016 12:40.

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Hier ein ergänzender Tipp zum Thema von redladyrider:


Zitat:
Original von redladyrider

...Helicoils sind eine gute Reparaturvariante, Ich habe viele Jahre beruflich auch damit zu tun gehabt ( wir haben in der Fertigung Helicoils zu "Verstärkung" der Gewinde in Weichmetallen verwendet) allerdings haben sich diese unter verschiedenen Anforderungen (Druck , Zug, Temperaturschwankungen etc.) nicht immer bewährt!
Viel zuverlässigere und vorallem auch von der Verarbeitung bessere Erfahrungen haben wir mit solchen Gewindeinsätzen gemacht:

hier mal ein Link zu einem von vielen Herstellern solcher Produkte:

https://www.kvt-fastening.de/produkte/marken/tappex/



Vielen Dank dafür! perfekt
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